16.07.2017: 14. Wandertag: Von unterhalb des Pas d’Azuns bis zur Cabane d`Udapet

 


16.07.2017: 14. Wandertag: V
on unterhalb des Pas d’Azuns bis zur Cabane d`Udapet

Statistik: 
Datum: 16.07.2017
Beginn: 09:30 Uhr
Ende: 20:06 Uhr
gelaufene Distanz: 17,4 km
Anstieg: 844 m
Abstieg: 1.027 m
Zeit in Bewegung: 06:48 h
Pausenzeit: 03:47 h

 

Um 7:30 Uhr stehen wir auf, es ist noch immer wolkenlos und die Sonne scheint. Wir frühstücken, heute gibt es Snickersbrot :-).

Danach machen wir uns daran, das Lager abzubauen, was heute etwas länger als sonst dauert, denn über den Hang links von uns kommt eine Herde Schafe, begleitet wird sie nur von einem Hütehund.

Ungefähr 50 Meter von uns entfernt bleibt die Herde stehen, der Hund stellt sich vor die Herde und beobachtet uns. Langsam kommt er immer näher, geht einen kleinen Bogen um unser Lager herum, dabei lässt er uns keinen Moment aus den Augen. Er beschließt wohl, dass wir harmlos sind, denn plötzlich, für uns war kein Kommando dafür erkennbar, setzt sich auch die Herde wieder in Bewegung und setzt ihren Weg, mitten durch unser „Schlafzimmer“, fort.

Gegen 8:30 sind wir dann soweit und ziehen weiter. Zuerst über gut zu laufende, sanft absteigende Pfade der Hochebene, die flankiert werden von der Bergkette Les Orgues de Camplong (1902m).

Am Ende des Hochplataus liegt linker Hand die Cabane d'Ardinet, hier betreten wir den Buchenwald von Braca d’Azuns, der uns in den nächsten 70 Minuten Schatten spendet.

Nachdem wir den Wald verlassen, erreichen wir die Berghütte Refuge de l'Abérouat (1442m).

Diese Hütte ist hauptsächlich für Gruppen gedacht, besonders im Sommer für Ferienbetreuung von Kindern.
Wanderer werden nur nebenbei in einem separatem Bereich im alten Teil der Hütte und nicht vor 17:30 Uhr aufgenommen. Als Verpflegung bekommt der Wanderer das Essen, das am jeweiligen Tag auch für die Gruppen gekocht wird.

Wir rasten dort und obwohl der recht junge Wirt mit Reinigungsarbeiten beschäftigt ist, nimmt er sich die Zeit, uns Getränke zu servieren (juchz, Heike bekommt Kaffee) und nett mit uns zu plauschen.

Von hier aus haben wir einen sehr schönen Blick auf den Cirque de Lescun und das Tal. Wir verabschieden uns und gehen weiter hinunter nach Lescun. Der Weg ist teilweise schlammig und rutschig, es hatte zuvor viel geregnet, dazu ärgern uns noch die vielen Schnaken. Heike wird ziemlich zerstochen und denkt dauernd an Autan. Heute ist jedoch Sonntag und so wird es in Lescun vermutlich keine Einkaufmöglichkeit geben.

Schafe "beschnuppern" uns.
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Wir wandern weiter, am Anfang geht es ein ordentliches Stück bergab.
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Endlich, nach ca. einer Stunde, kommen wir an. Lescun ist ein idyllisches Bergdorf in einem Seitental des Vallée d’Aspe. Es liegt malerisch in einem Bergkessel, eingerahmt von den Table des Trois-Rois, den Aiguilles d’Ansabère und den Orgues de Camlong.

In Lescun finden wir mitten im Ort ein Restaurant, in dem wir uns auf der Terrasse leichtes Mittagsessen, Salat mit Thunfisch, gönnen.

Wir sind gerade fertig und rüsten uns zum weitergehen, als plötzlich - mal wieder- Pam und Curtis ankommen. Wir freuen uns über das unverhoffte Wiedersehen und tauschen uns noch ein Weilchen über unsere Erlebnisse aus. Die beiden wollen in Lescun auf dem Campingplatz übernachten. Uns zieht es, auch weil es ja noch recht früh am Tag ist, weiter Richtung Borce, unserem nächsten Etappenziel.

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Wir verlassen Lescun 
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und gehen bergab Richtung Campingplatz du Lauzort und folgen der rot weißen Markierung des GR 10 noch ein Stück einer kleinen Straße entlang. Immer wieder bleiben wir kurz stehen und genießen den Blick auf Lescun mit seinem wunderschönen Bergpanorama. Es ist ziemlich warm, so dass wir uns freuen, als der Weg in einen Wald hinein führt, der uns bis fast nach Lhers Schatten spendet.

In Lhers machen wir halt auf einem Campingplatz und überlegen, ob wir vielleicht hierbleiben sollten. Da es erst 16 Uhr ist, ruhen wir uns ein wenig aus, Heike gönnt sich ihren Kaffee, Axel sein Spezi.

Wir füllen die Wasserflaschen auf, vorwiegend natürlich mit Wasser und ein Fläschchen mit französischem Rotwein…
Ein französisches Ehepaar fragt uns, was wir machen. Wir erzählen von unserer Idee, den GR10 zu wandern. Als sie uns mitteilen, dass sie ebenfalls den GR 10, bzw. einen Teil davon gehen, schaut Heike recht ungläubig, denn sie haben 3 Kinder im Alter von 3 bis 10 Jahren dabei. Natürlich erraten sie sofort Heikes Gedanken, lachen und nehmen uns mit zur Wiese des Campingplatzes. Dort haben sie ihr Zelt aufgeschlagen und in einiger Entfernung grast angepflockt ein Esel. Der Esel trägt unterwegs einen Teil des Gepäcks und immer wieder auch mal eins der Kinder. Klasse!

Entlang einer kleinen Teerstraße geht es vorbei an den wenigen Häusern von Lhers (997 m). Wir stehen vor einem steilen Hang, über den ein Pfad durch hüfthohen Farn verläuft. Dort müssen wir hoch, es ist ziemlich warm und der Hang liegt voll in der Sonne. Hilft ja alles nichts, hier beginnt der Aufstieg zum Col de Barrancq (1601 m) auf geht’s.

Am Ortsrand von Lescun:
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Hier geht es mal ein ganzes Stück relativ flach weiter. Wir halten öfters kurz an und machen ein paar Bilder:
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Heute Vormittag, beim Abstieg nach Lescun, haben wir ja schon über die Stechfliegen geflucht, aber das war gar nichts im Vergleich zu dem, was wir hier mitmachen müssen. Besonders Heike leidet sehr, zeitweise sitzen 6 Bremsen gleichzeitig an ihr. Sie kann an diesem steilen Hang die Stöcke nicht richtig einsetzen, weil sie, wenn sie die Hände in die Schlaufen steckt, sich nicht mehr richtig gegen die Blutsauger wehren kann.

Irgendwann haben wir den Hang bewältigt und wir kommen in einen Wald. Es geht zwar noch immer steil bergauf, aber die Bremsenplage lässt nach und im Schatten ist es auch gleich angenehmer. Das war das anstrengendste Teilstück dieses zweiten GR 10-Abschnittes und einer der Momente, an denen man sich fragt, was man hier eigentlich tut. Bis zum Gipfel legen wir noch einige Verschnaufpausen ein.

Irgendwann ist auch dieser Berg erklommen und wir machen uns gleich wieder an den Abstieg in Richtung Cabane d`Udapet (1401m).

Ungefähr 15 Minuten vor der Cabane finden wir einen schönen einsamen Platz für unser Lager. Hier fließt ein kleiner Bach mit glasklarem und kalten Wasser. Wir ziehen uns aus und waschen uns den Schweiß des Tages ab (welch eine Wohltat), kühlen die Mückenstiche und natürlich auch die Getränke darin.

Wir sitzen noch ein Weilchen vor dem Zelt, essen Brot mit Salami und Hartkäse, trinken vom Rotwein und fallen danach sehr müde ins Zelt.

Gegen 21.20 Uhr: wir sind frisch "geduscht" und das Abendessen samt Rotwein, den wir auf dem Campingplatz in Lhers gekauft und in eine Plastikflasche umgefüllt haben, schmeckt hervorragend.
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